Osteopathie

Osteopathie

Wir sehen den Menschen in seiner Ganzheit

Philosophie der Osteopathie

1. Ganzheit: die Person als Einheit

Wenn Still vom Menschen sprach, dann meinte er die Person, nicht nur seinen Körper. Er sprach von „Mind, Matter and Motion“. Heute würden wir von Körper, Geist und Seele reden. Auch wenn der Körper aus verschiedenen Systemen besteht, so hängt doch die optimale Funktion eines jeden Systems von der guten Funktion aller anderen Systeme ab.

Dieses Zusammenspiel aller Systeme wird durch die Kommunikationssysteme gewährleistet: Nerven, Kreislauf, Liquor und Immunsystem.

Die Kommunikationssysteme liefern den Zellen Nährstoffe und Informationen; sie regulieren die Abwehrmechanismen und entsorgen Schlackstoffe. Eine besondere Stellung nimmt da das myofasziale System ein. Es enthält alle Rezeptoren des Körpers und ist Leitungsbahn für Nerven, Gefäße und Lymphe. Als Bindegewebe verbindet es alle Systeme miteinander und gibt Organen, Muskeln und Knochen Form und Halt.

Aus diesem Grund nannte Still die Faszien „die Jagdgründe des Osteopathen“.

In den Faszien „findet der Osteopath die Gesundheit und die Krankheit“.

Physische wie psychische Traumata spiegeln sich in faszialen Spannungen wider und können so den normalen Fluss von Informationen, Nährstoffen und Abfallprodukten behindern.

Für Still war klar, dass die Seele ein Teil der Person ist und dass daher seelische und emotionale Störungen mögliche Ursachen für oder Folgen von somatischen Dysfunktionen sein können.

Ebenso wichtig waren für ihn die Hygiene, die Ernährung und das Umfeld, in dem die Person lebte. Der Osteopath ist nicht nur Manualtherapeut, er ist auch Berater.

2. Selbsregulation

Still sprach von der „Apotheke Gottes“ wenn er von Selbstheilung und Selbstregulation sprach.

Der Schöpfer hat den Menschen so geschaffen, dass er ohne äußeres Dazutun funktionieren kann. Er kann sich gegen externe Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Parasiten, …) wie interne Krankheitsursachen (anormales Zellwachstum, Krebszellen, Geschwüre, …) zur Wehr setzen. Voraussetzung hierfür ist eine optimale Funktion aller Körpersysteme. Im Falle von Krankheiten ist es Aufgabe des Osteopathen herauszufinden warum die Abwehrmechanismen versagt haben.

Für Still sind Behinderungen der Zirkulation des Blutes, der Lymphe, der Energie und des Nervenimpulses Gründe für Funktionsstörungen. 

„Sage mir, wann die Zirkulation gestört wurde, dann kann ich dir sagen wann die Krankheit begann…“. (A. T. Still)

Ursachen für die Zirkulationsstörungen sind Gewebespannungen, Bewegungseinschränkungen sowie strukturelle Schäden der myofaszialen Strukturen.

Äußere Ursachen wie psychischer und physischer Stress, ungesunde Lebensweise und ungesunde Ernährung können das interne Gleichgewicht ebenfalls stören. Sie können einerseits über das autonome Nervensystem die Zirkulation negativ beeinflussen und andererseits das Immunsystem direkt durch fehlerhafte Ernährung und negativen Stress schwächen.

In der heutigen Sprache nennt man die Autoregulationsmechanismen das Neuro-Endokrino-Immunsystem. 

3. Die Wechselbeziehung zwischen Funktion und Struktur

Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig. Solange eine Struktur (Organ, Muskel, Nerv…) ihre normale Funktion wahrnehmen kann, kommt es nicht zu Störungen. Gleichzeitig ist eine intakte Struktur Voraussetzung für eine normale Funktion.

Dies gilt für den gesamten Organismus.

Am Beispiel eines Gelenkes kann man das gut veranschaulichen.

Ein intaktes Gelenk ermöglicht feine, harmonische, endgradige und schmerzfreie Bewegungen. Gleichzeitig sind genau diese Bewegungen Voraussetzungen für den Erhalt des Gelenkapparates. Physiologische Bewegungen ermöglichen eine optimale Versorgung des Gelenkes. Bänder und Kapsel werden physiologisch gedehnt, die Gelenkhaut produziert Gelenkflüssigkeit und der Knorpel wird komprimiert und dekomprimiert.

Kurzum: die Zirkulation wird durch die Bewegung angeregt, was die Versorgung des Gelenkapparates mit Nährstoffen und den Abtransport von Schlackstoffen gewährleistet.

Dieses Prinzip gilt für alle Strukturen einzeln genauso wie für den Organismus als Ganzes.

4. Umsetzung dieser Prinzipien in ein Behandlungskonzept

„… die Aufgabe des Osteopthen ist es die Gesundheit zu finden, die Krankheit findet jeder…“ (A.T. Still)

Ziel der osteopathischen Behandlung ist die Anregung der Selbstregulation. Voraussetzung hierfür ist das Finden und Behandeln der Faktoren, die die Zirkulation von Blut, Lymphe, Nervenimpuls und Energie behindern.

Physiologische Bewegung und intakte Zirkulation sind Voraussetzungen für eine optimale Selbstregulierung. Bewegungsstörungen im weitesten Sinne des Wortes sind die Ursachen für Dysfunktionen und Krankheiten und sind demzufolge zu behandeln.

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